Wieder zu Hause

Auch die letzte Fahrt, von Salzburg ins heimische Karlsruhe, lief (zumindest für uns) problemlos. In Salzburg wurden wir noch von einem anderen Team gebeten, sie wenigstens über die Grenze zu schleppen, das Getriebe hatte 500m vor dem Ziel den Geist aufgegeben. Die Schleppaktion war leider nicht erfolgreich, wir sind dann mit stinkender Kupplung in einer wegen Baustelle gesperrten Unterführung liegen geblieben, ein richtiger Abschlepper musste also doch noch her.

Zahlen, Daten, Fakten

Für die Freunde nackter Zahlen hier noch ein paar interessante Fakten:

von Team #158 Al Bunny gesammelte Spenden: 504,50€
von allen Teams gesammelte Spenden bei dieser Rally: 285.000€
gesamt gefahrene Strecke von Karlsruhe bis Karlsruhe: 5.460km
Pannen, Unfälle, Roadkills, Strafzettel, Polizeikontrollen Team #158: 0
verbrauchtes Benzin: ca. 450l
verbrauchtes Öl: 2l
niedrigste gemessene Temperatur: 9°C in Rumänien an der Transfagarasan-Passstraße
höchste gemessene Temperatur: 36°C in Tirana, Albanien

In den kommenden Tagen werden wir hier noch ein ein Fotoalbum verlinken, das ganze Material muss aber erst noch sortiert werden.

Etappe 11: auf der Zielgeraden

Heute ging es quasi nur noch ums Strecke machen durch Slowenien und Österreich, um pünktlich zum Zieleinlauf zwischen 16 und 17 Uhr im Casino Salzburg anzukommen. Um 16:15 Uhr haben wir es tatsächlich geschafft und wir sind in die Schlange am Ziel im Casino-Park eingebogen. 

Exakt 4.447km vom Start in Dresden bis zum Ziel in Salzburg in anderthalb Wochen. Unser Volvo hat bestens ohne eine Macke durchgehalten.

Nun gilt es, die letzte Strecke nach Karlsruhe morgen noch zu bewältigen. Wenn wir daheim sind, wird es hier noch eine Übersicht über alles geben und natürlich Links zu den besten Bildern und Videos. Also den Link nicht gleich löschen 😉

Etappe 10: Željava Aerodrom und Istrien

Nachdem wir in der Nacht tatsächlich einen Stromausfall im Hotel mitgemacht haben begann der Tag mit einer zweistündigen Fahrt nach Željava. Dort liegt eines der bestgehütetsten Geheimnisse des ehemaligen Jugoslawien, eine 1992 aufgegebene Flugzeugkaverne. 

Hierbei handelt es sich um die ehemals größte Anlage dieser Art in Europa, mit kilometerlangen unterirdischen Anlagen und zahlreichen Rollfeldern. Die Anlage kann tatsächlich frei betreten werden, auch wenn nach spätestens hundert Metern Schluss ist, da giftige Gase, die absolute Dunkelheit und scharfkantiger Schrott eine Begehung nur mit Ausrüstung möglich machen. Die Rollfelder können mit dem Auto abgefahren werden, jedoch sollte man tunlichst auf den Wegen bleiben, da links und rechts alles vermint ist. Die Rollfelder führen direkt an die bosnische Grenze und man muss genau aufpassen, dass man nicht versehentlich einen illegalen Grenzübertritt begeht, immerhin ist es eine EU-Außengrenze. Patrouillen fahren auf beiden Seiten Streife. Ein schauriger Ort.

Weiter ging es auf die Halbinsel Istrien. Mediterranes Klima, schöne Orte, leckeres Essen und jede Menge deutsche Touristen. Hier lassen wir es uns gutgehen, bevor es morgen durch Slowenien nach Österreich zur Abschlussfeier im Casino Salzburg geht. Wir sind gespannt, was uns erwartet. 

Etappe 9: Dinarische Alpen & Dalmatien

Von Sarajevo ging es morgens in Richtung Kroatien. Jedoch nicht ohne vorher einen Abstecher in die dinarischen Alpen in Herzegowina zu unternehmen. Spektakuläre Landschaften boten sich.

Weiter ging es über die Grenze und durch Dalmatien. Ziel der heutigen Reise ist die Hafenstadt Šibenik, die zwar sehr schön gelegen ist aber genau deswegen auch total von Urlaubern überlaufen ist. Man merkt, dass man wieder näher an der Heimat ist. Die Infrastruktur wird besser, mehr Touristen und wieder gesalzene Preise. 

Etappe 8: nördliches Montenegro, Bosnien und Sarajevo

Die Fahrt Richtung Bosnien durch das nördliche Montenegro ließ einen staunen. Unberührte Landschaften, wenige Menschen, tolle alpine Panoramen und perfekt türkises Wasser soweit das Auge reicht. Ein landschaftlicher Traum, zum Glück noch nicht touristisch erschlossen. 

Hinter der Grenze nach Bosnien, die nur über eine einspurige Holzbrücke mit Löchern drin erreichbar ist, verschlechtert sich die Lage zunächst dramatisch: kaum befestigte Straßen aber mit frei laufenden Kühen, Pferden und Schafen. 

Angekommen in Sarajevo haben wir uns zunächst die erst seit kurzem wieder begehbaren Stätten der olympischen Winterspiele 1984 angesehen. Bis vor zwei Jahren waren die Bobbahn und die Skisprungschanze Sperrgebiet und auch heute noch werden tausende Landminen in den Wäldern vermutet. Insgesamt macht Sarajevo einerseits einen bunten, multikulturellen Eindruck, andererseits finden sich überall Spuren des vor etwas mehr als zwanzig Jahren endenden Krieges, z.B. Häuser, die mit Einschusslöchern übersät sind. 

Etappe 7: Albanien und Montenegro

Der Ohrid-See gehört zum einen Teil Mazedonien, zum anderen Albanien. Nach dem Frühstück und ein paar Kilometern Autofahrt standen wir also schon an der Grenze. Als erstes fällt auf, dass es das wohl schmutzigste Land unserer Reise ist. Ab der Grenze überall nur noch Dosen und Plastikmüll. Selbst Zollbeamte werfen ihren Müll einfach aus dem fahrenden Auto. Dafür liebt man Autowäschen. Unzählige Leute bieten an, den Wagen auf der Straße gründlich zu reinigen. Des Weiteren hat man einen eigenartigen Sinn für Werbung. Wunderschöne Berge und oben auf der Spitze thront eine riesige Bierwerbung. 

Allgemein bleibt zu sagen, dass es zwar wunderschöne Landschaften sind, Land und Leute aber ziemlich – sorry – heruntergekommen wirken. Wo man hinschaut, alles verdreckt, kaputt und in erbärmlichen Zustand. Fast alle Flüsse stinken bestialisch, weil einfach alles reingekippt wird. Das absolute „Highlight“ war aber Tirana. Der Verkehr dort ist der absolute Krieg. Nur mit schimpfen, hupen und mehr als riskanten Manövern kann man überhaupt voran kommen. Ampeln, Verkehrsregeln und der gesunde Menschenverstand gelten dort nichts. 

Also nichts wie durch und weiter Richtung Montenegro. Unterwegs noch ein Tankstopp in Albanien, der einem fast das Herz stehen lässt, denn der nette Tankwart versteht sein Geschäft. Wenn der Tank voll ist kann man nochmal 10 Liter nachschießen, so, dass literweise Benzin das Auto entlang und drunter laufen. „Null Problemo“ meinte der freundliche Herr achselzuckend. Also nichts wie weg, bevor der Laden in die Luft fliegt. 

Krönender Abschluss der Etappe war die zweite Party mit allen Teams auf einem Campingplatz in Montenegro, wunderschön gelegen in einem Weinanbaugebiet an einem See. Fast alle Teams waren da, es gab großes Barbecue mit den Einheimischen und eine super Stimmung. 

Etappe 6: Raus aus der EU

Die heutige Tour war vergleichsweise kurz und wir sind früh in Sofia losgefahren, um viel Zeit am Ziel, dem Ohrid-See zu haben. Also etwas Öl in den Volvo nachgekippt und los geht’s. 

Mazedonien, durch das wir größtenteils gefahren sind, ist ein wunderschönes Land mit mediterranem Klima und tollen Landschaften. Dazu bestes Sommerwetter. Der Ohrid-See ist einer der ältesten der Erde, der zweitgrößte auf dem Balkan, bis zu 288m tief und unglaublich klar. Wir genießen das Hotel direkt am Strand und die herrliche Abkühlung.

Etappe 5: Sofia Calling

Wieder ein langer Tag mit viel Strecke liegt hinter uns. Von Râmnicu Vâlcea ging es südlich Richtung Bulgarische Grenze. Da es nur eine Möglichkeit gibt, die Donau per Brücke zu queren und die Fähre, welche auf direktem Weg liegt und nur alle zwei Stunden fährt und auch nur zehn Autos aufnehmen kann, uns etwas zu riskant erschien, mussten wir einen Umweg westlich über Calafat nehmen. 

Da wir uns zwar gerade noch in der EU befinden aber nicht mehr im Schengen-Raum, dauert die akribische Grenzkontrolle bei brütender Hitze eben etwas länger. 

Auf unserer Fahrt heute haben wir uns mit Team 44 zusammengetan, dank deren größerer Erfahrung sind wir gut durch unsere Fahrt in einem Land mit kyrillischer Schrift gekommen. Krönender Abschluss war ein Abendessen in großer Runde mit vielen Teams bei einem super leckeren und freundlichen, lokalen Restaurant in Sofia.

Etappe 4: von Transsilvanien in die Walachei

Etwas geschafft und mit wenig Schlaf nach der gestrigen Party ging es zuerst nach Sibiu (Hermannstadt). Eine wunderschöne Stadt, in der man sich als Deutschsprachiger quasi wie daheim fühlt. Überall deutsche Namen und man versteht plötzlich wieder jedes Wort. Dabei hat sich die Stadt den Charme vergangener Jahrhunderte bewahrt. 

Weiter ging es zum Transfagarasan-Pass. Eine sehr bekannte Passstraße, die Transsilvanien und die Walachei miteinander verbindet. Spektakuläre Ausblicke boten sich, das Wetter hat toll mitgespielt und der Volvo nimmt auch diese Etappe spielend. 

Ziel der heutigen Fahrt ist für uns Râmnicu Vâlcea (Rümnick) und das schöne Castle Hotel.